Das Unbeugsame in der Sprache

Vom gesellschaftlichen Sinn und politischer Notwendigkeit geschlechter_gerechter* Sprache

Dieser Artikel erschien 2013 zuerst in der “WirFrauen” (3/2013).

Die Feminazis haben zugeschlagen“

So formulierte es Heide Oestreich satirisch in ihrem Kommentar zu den Reaktionen auf den Beschluss des Senats der Uni Leipzig im Juni diesen Jahres. An der Uni Leipzig wurde beschlossen, dass fürderhin in der Grundordnung das generische Femininum stehen wird: Professorinnen statt Professoren. Vorgeschlagen hatte es ein Physikprofessor und der Senat stimmte zu. Die ganze Universität Leipzig also eine feministische Hochburg?

Read the rest of this entry »

Advertisements

Vom Kindermädchen zur „bösen Stiefmutter“

Dieser Text erschien 2015 zuerst in der WirFrauen – das feministische Blatt (3/2015).

Selfportrait of Vivian Maier in a mirror

Selfportrait of Vivian Maier, 1953
Source: http://bit.ly/1KGfIDV

Der Dokumentarfilm Finding Vivian Maier erzählt die Geschichte eines Zufallsfundes. John Maloof – der Regisseur – erwirbt bei einer Zwangsversteigerung einige Kisten mit alten Fotos, Negativen und unentwickelten Filmen aus einer Wohnungsauflösung. Bei näherer Untersuchung des Inhalts wird Maloof klar, dass er einen Schatz gefunden hat: tausende von großartigen Bildern, die an Diane Arbus und Berenice Abott erinnern und vor allem den Alltag im Amerika des frühen 20. Jahrhunderts zeigen. Eine kleine Sensation. (In Deutschland berichtete u.a. die SZ darüber; siehe auch hier.)

Read the rest of this entry »


Der unvorstellbare Körper

Dieser Text erschien zuerst im Queerfeministischen Taschenkalender 2014.

„In the fabric of a tutu, any man could get used to and I am the living sign“

The Smiths

Körper ohne Gewicht

Wie kann ein Diskurs über Geschlechter geführt werden, ohne das die Körperlichkeit zum Pferdefuß des Argumentes wird? Körperliche Attribute werden von Kritiker_innen gerne als „handfeste“ Argumente ins Feld geführt, wenn es darum geht, sich mit den Konstruktionen von Geschlecht zu konfrontieren. Der materiellen ‘Wahrheit’, so die Annahme, kann sich eben keine_r entziehen. In ihrem Buch Körper von Gewicht schreibt Judith Butler: „[…] die Fixiertheit des Körpers [wird], was seine Konturen und Bewegungen ausmacht, etwas ganz und gar Materielles sein, aber die Materialität wird als Wirkung von Macht, als die produktivste Wirkung von Macht überhaupt, neu gedacht werden.“ (Butler, 1997, 22).

Read the rest of this entry »